Eine Empfehlung des Europarates definiert mehrere Prinzipien zur Unterstützung für Kinder und Familien von Inhaftierten. Außerdem hat der Verbandsrat des Paritätischen Gesamtverbandes das Positionspapier "Kinder in besonderen Lebenslagen – Elternteil in Haft" verabschiedet. Er fordert die betroffenen Kinder als eigenständige, spezifisch gefährdete Zielgruppe mit besonderen Bedürfnissen und entsprechendem Hilfebedarf wahrzunehmen.

Die Empfehlung des Europarates, ausgearbeitet von COPE (Children of Prisoners Europe), definiert mehrere Prinzipien zur Unterstützung für Kinder und Familien von Inhaftierten. Der Text basiert größtenteils auf die Absichtserklärung Italiens (Memorandum of Understanding), die insbesondere Besuchsrechte, einen kinderfreundlichen Aufenthaltsraum, entsprechende Unterstützung der Kind-Eltern-Beziehung und ein Training für Vollzugsangestellte vorsieht.

Im Einzelnen betrifft dies:
- die Sensibilisierung der Gefängnisverwaltung und das Training von Angestellten,
- die Regelung zur Kontaktaufnahme und Besuchsmöglichkeiten,
- Schaffung und Nutzung von technischen Kommunikationsmöglichkeiten,
- Ausbau der Unterstütztungsmöglichkeit für das inhaftierte Elternteil,
- Bedingungen der Inhaftierung im Allgemeinen,
- Bedürfnisse inhaftierter Mütter,
- Regelungen zur Situation von inhaftierten Eltern mit Kleinkindern,
- Entlassungsvorbereitung und die Gestaltung des Übergangs,

Empfehlung als Download

Der Verbandsrat des Paritätischen Gesamtverbandes hat am 7.4.2017 das Positionspapier "Kinder in besonderen Lebenslagen – Elternteil in Haft" verabschiedet. Der Paritätische Gesamtverband fordert die betroffenen Kinder als eigenständige, spezifisch gefährdete Zielgruppe mit besonderen Bedürfnissen und entsprechendem Hilfebedarf wahrzunehmen.

Hierfür ist es notwendig über eine bundesweite, einheitliche Datenhebungen Angaben über die Situation von Kindern und Angehörigen und deren spezifische Bedarfe zu erhalten. Aus Sicht des Paritätischen sind Beratung und Unterstützung der Kinder und Angehörigen zur Bewältigung dieser schwierigen Lebenssituation von grundlegender Bedeutung. Die Angebote enthalten zwangsläufig Bestandteile, die in der Finanzierungsverantwortung der Jugendhilfe und jene, die in der Finanzierungsverantwortung der Justiz liegen.

Der Paritätische Gesamtverband fordert deshalb die verbindliche Klärung der Finanzierungsgrundlagen auf Landesebene, um eine flächendeckende Beratung und Unterstützung für Kinder und Familien von Inhaftierten sicherzustellen. Aus Sicht des Gesamtverbandes muss dafür gesorgt werden, dass Kinder ihre inhaftierten Eltern regelmäßig besuchen können, die Justizvollzugsanstalten kindzentrierte Angebote in entsprechend eingerichteten Räumlichkeiten anbieten und vorhalten sowie Kinder- und Familienbeauftragte in den Haftanstalten berufen werden.

Paritätisches Positionspapier als Download

(Quelle: DBH)

 

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