Teure Telefonate und eingeschränkte Kommunikationsmöglichkeiten sind ein Hindernis für Inhaftierte, sich nach Strafende in die Gesellschaft zu reintegrieren. Ende März erfolgt die Neuausschreibung für die Gefangenentelefonie. Pressemitteilung

Die Corona-Pandemie trifft Gefangene besonders hart: Zeitweise wurden alle Besuche untersagt oder können auch aktuell nur durch eine Trennscheibe stattfinden.

Das möchten viele Inhaftierte ihren Angehörigen, insbesondere Kindern nicht zumuten, so dass der Kontakt zur Außenwelt noch weiter eingeschränkt ist. Als Ausgleich hat sich Hamburg erfreulicherweise entschieden, Inhaftierten Prepaid-Handys zur Verfügung zu stellen, mit denen sie – zugelassene – Nummern anrufen können. Zum 30. September zogen die Justizvollzugsanstalten diese Handys zurück, wogegen einige Gefangene klagten und die Telefone zunächst behalten durften.

Die Reaktionen auf den Umgang der Inhaftierten mit den Handys waren durchweg positiv: Bei 792 ausgegebenen Handys kam es nur zu zwei strafrechtlich relevanten Verstößen, wenn auch zu zahlreichen Ermahnungen. Externe SuchtberaterInnen sowie Übergangsmanager berichten hingegen enthusiastisch davon, dass sie Inhaftierte, die sich mit ihrer Sucht auseinandersetzen wollen, besser als früher erreichen und intensive Telefonberatung anbieten können. Zudem können Inhaftierte eigenverantwortlich ihr Leben nach der Haft planen, z.B. in Kontakt mit dem Jobcenter, Arbeits- oder Wohnungsgebern und so selbstverantwortliches Handeln trainieren. Diese Selbstständigkeit und Autonomie leidet am meisten in der Haft, ist jedoch Voraussetzung für ein gelingendes, straffreies Leben in Freiheit.

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