21 Okt

(Das Veranstaltungsposter gibt es hier zum Download.)

 

Wussten Sie schon, dass…

  • Inhaftierte nicht in der gesetzlichen Krankenkasse sind und die Justizbehörde für alle Kosten aufkommen muss?
  • Inhaftierte als Gruppe besonders oft krank sind:
    • Eine Mehrheit leidet unter psychischen Erkrankungen; ein Großteil hat Gewalt und Missbrauch erlebt.
    • 30% aller Inhaftierten (sogar 50% der inhaftierten Frauen) gelten als intravenös Drogen Konsumierende. Für die Medizin gelten sie als suchtkrank, doch die Illegalität der Suchtstoffe führt zu Beschaffungskriminalität und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz; außerdem zu desolaten Lebensumständen. 16% der inhaftierten UserInnen geben an, auch in der Haft schon intravenös konsumiert zu haben[i].
    • 20% der Inhaftierten sind Hepatitis C positiv (übrige Bevölkerung ca. 0,5%). Die Behandlung ist effektiv, aber sehr teuer.
    • Viele gehen in der Haft das erste Mal zum Arzt; 95% der Inhaftierten sind Männer, die sich weniger um ihre Gesundheit kümmern.
  • die Gesundheit Inhaftierter uns alle angeht: Nur, wenn wir in der Haft bestimmte Infektionskrankheiten wirksam behandeln, verhindern wir ihre Verbreitung[ii]. Nur, wenn wir Süchtigen Therapien und einen Ausstieg aus der Illegalität bieten, entfällt ein Teil der Kriminalität. Wir brauchen eine sektorübergreifende Zusammenarbeit aller Akteure – Gesundheitsbehörde, Justizbehörde, Krankenkassen und Pharmaunternehmen sowie freie Träger sozialer Hilfsangebote. Prison Health is Public Health![iii]
  • ein Tag im Gefängnis 170€ kostet: Die Rückfallquote (d.h. erneute Kriminalität) beträgt nach der Haftentlassung bei Erwachsenen 48%, bei Jugendlichen über 60%. Das Vollzugsziel – ein straffreies Leben in sozialer Verantwortung ermöglichen – ist nicht erreichbar, wenn Menschen krank und süchtig entlassen werden. Die menschlichen und finanziellen Kosten sind viel zu hoch! Dazu macht das Gefängnis Inhaftierte, aber auch die Angestellten des Vollzugsdienstes krank: Durch Reizentzug, Monotonie, Hoffnungslosigkeit und Stress sowie teilweise schlechte Gesundheitsversorgung.

Darum: Kommen Sie zu unseren Veranstaltungen! Informieren Sie Ihre LeserInnen/HörerInnen! Fragen Sie uns!

Bundesweite Aktionstage Gefängnis vom 1. -10. November zum Thema „Herausforderung Gesundheit im Gefängnis“

 

Veranstaltungen in Hamburg:

Fr., 1. bis Mi., 6. November

Ausstellung: Herausforderung – Gesundheit im Gefängnis

Ausstellungseröffnung  am 1. November um 17.00 mit VertreterInnen der Gefangenengewerkschaft GG/BO und Bediensteten aus dem Vollzug

Ort: Nebenflur von cantina fux & ganz, Bodenstedtstraße 16

Di., 5. November 2019 – 17 Uhr

Vorträge: Gefängnis, Sucht, Gesundheit

Karlheinz Keppler (Gefängnisarzt i.R.): Sucht, Infektionskrankheiten und die Aufgaben des Gefängnisses

Mathias Gehrcke (Arzt im Justizvollzug HH): Herausforderungen des Arzt-Patient-Verhältnisses im Gefängnis

Dieter Ameskamp (Holstenambulanz):  Nachsorge bei entlassenen Drogenabhängigen: Nach der Haft ist vor     der Haft?

Ort: Foyer der Justizvollzugsschule, Drehbahn 36

*Veranstaltet vom Landesverband Hamburger Straffälligenhilfe e.V. & Hamburgische Landesstelle für Suchtfragen e.V.*

Mi., 6. November 2019 – 19 Uhr

Film: „Sie nennen sich Schiesser“

Dokumentation, Hamburg 1971, von C. Geissler, H. Dudda, G. Janssen

Diskussion mit Volker Heer-Rodiek (Leiter jhj e.V.): Sucht, Knast und andere Wege

Ort: SchanzenKino 73, Schulterblatt 73, linke Seite Hinterhaus, 2. Etage

*Veranstaltet m. Unterstützung der Christian Geissler Gesellschaft - CGG e.V.*

[i] Robert-Koch-Institut 2016: Drogen und chronische Infektionskrankheiten in Deutschland - DRUCK-Studie. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/H/HIVAIDS/Studien/DRUCK-Studie/Abschlussbericht.pdf?__blob=publicationFile

[ii] siehe hierzu das Bundesprogramm „Bis 2030: Strategie zur Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C und anderen sexuell übertragbaren Infektionen“; https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/publikationen/bis-2030-strategie-zur-eindaemmung-von-hiv-hepatitis-b-und-c-und-anderen-sexuell-uebertragbaren-infektionen-730444

[iii] Deutsche Aids Hilfe: Prison Health is Public Health: 6-Eckpunkte Gesundheit & Haft. https://www.aidshilfe.de/sites/default/files/documents/6eckpunktepapier_haft_09042019.pdf

Montag, 21. Oktober 2019
14 Jun

Seit 2017 finden jährlich die bundesweiten Aktionstage Gefängnis statt. Während einer Woche im Jahr werden die Themen des Gefängnisalltages, der sich am Rand der Gesellschaft abspielt, ins Rampenlicht gerückt. In diesem Jahr werden vom 1. bis 11. November, bundesweit Veranstaltungen stattfinden zum Thema: Herausforderung: Gesundheit im Gefängnis.

Weitere Informationen gibt es unter https://www.aktionstage-gefaengnis.de/ oder im Flyer.

Freitag, 14. Juni 2019
23 Apr

Der Landesverband Hamburger Straffälligenhilfe e.V. vertritt die in freie Straffälligenhilfe in Hamburg. Wir begrüßen ausdrücklich die aktuellen Bemühungen zur Reduzierung von Ersatzfreiheitsstrafen (EFS). Diese trifft Menschen, die explizit nicht zu einer Freiheitsstrafe verurteilt sind und die in der überwiegenden Mehrheit die Geldstrafe aufgrund prekärer Lebensumstände nicht bezahlen können. Statt Geld(strafen) einzutreiben, verursachen sie hohe Kosten für den Justizvollzug.

Lesen Sie die gesamte Stellungnahme hier.

Dienstag, 23. April 2019
08 Mai

Die Inhaftierung von Eltern hat für Kinder weitreichende persönliche Folgen. Zudem wird die Wahrnehmung eigener Rechte nicht immer gewährt wie das Recht auf Kontakt.

Dienstag, 08. Mai 2018
16 Apr

Ein Projekt der Bewährungs- und Straffälligenhilfe Württemberg beschäftigt sich mit älteren Strafgefangenen und gibt Hilfe beim Übergang vom Vollzug in Pflege oder Betreuung. Ein Thema, was uns in Zukunft zunehmend beschäftigen wird und wofür Lösungen gefunden werden müssen.

Montag, 16. April 2018
27 Mär

"Verurteilte Mörder und Vergewaltiger liegen in Norwegen bei gutem Wetter auf der Veranda und lassen sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Jedenfalls im wohl liberalsten Gefängnis der Welt, der Gefängnisinsel Bastøy. Dort gibt es weder Zäune noch Mauern, keine Gitter und keine verschlossenen Türen. Das Konzept heißt Selbstkontrolle: Die knapp 100 Straftäter leben in einer Dorfgemeinschaft." Artikel der Berliner Morgenpost

Dienstag, 27. März 2018
19 Feb

"Wer hierzulande im Gefängnis sitzt, lebt bis zu seiner Freilassung offline. In einem Berliner Pilotprojekt ist das anders: Gefangene verfügen über einen eingeschränkten Internetzugang und sollen sich so besser auf die Zeit nach der Haft vorbereiten." Lesenswerter Beitrag von Deutschlandradio Kultur

Montag, 19. Februar 2018
31 Jan

Wer eine Geldstrafe nicht bezahlt oder abarbeitet, landet irgendwann im Gefängnis. Ersatz-Freiheitsstrafe heißt das und belastet die Gefängnisse. Ein Bremer Kriminalwissenschaftler hält diese Praxis sogar für verfassungswidrig. Hörenswerter Beitrag von Radio Bremen

Mittwoch, 31. Januar 2018
03 Jan

Der Landesverband Hamburger Straffälligenhilfe hat zum mit Spannung erwarteten Referentenentwurf des Resozialisierungs- und Opferschutzgesetzes in Hamburg Stellung genommen. Positiv sehen wir insbesondere die Etablierung eines „Netzwerkes Resozialisierung“, die Verankerung von täterorientierten, präventiven therapeutischen Maßnahmen sowie generell der Installation eines professionellen Übergangsmanagements. Dennoch sehen wir viele Punkte auch kritisch. Insbesondere bringt das Gesetz keine Stärkung der freien Träger als dritte Säule der (Re-)Sozialisierung mit sich.

Mittwoch, 03. Januar 2018
05 Dez

Das Bundessozialgericht beschloss in seiner Sitzung vom 12. September 2017, dass arbeitende Strafgefangene, die fünf Tage in der Woche gegen Arbeitsentgelt beschäftigt sind, grundsätzlich mit anderen Arbeitnehmern gleichzustellen seien.

Dienstag, 05. Dezember 2017

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