Gefangen – bis der Tod uns scheidet.

Der demografische Wandel macht auch vor den Gefängnistoren nicht halt. Mit dem wachsenden Anteil älterer Menschen in Haft werden dort die gleichen Herausforderungen virulent wie draußen: Gesundheit im Alter, Pflege, Sterben. Die besonderen Bedingungen in Haft kommen hinzu. Auch stellt sich die Frage, wie eine Resozialisierung nach langer Haftzeit im fortgeschrittenen Lebensalter gelingen kann.

Seit den 1990er Jahren hat sich die Anzahl der über 60-Jährigen in Justizvollzugsanstalten nahezu vervierfacht. Dabei ist die Anzahl der Inhaftierten seit Jahren rückläufig: In den 20 Jahren von der Jahrtausendwende um fast 15.000 Häftlinge. Am 31.03.2000 waren 60.798 Strafgefangene und Sicherungsverwahrte im Justizvollzug, 20 Jahre später waren es nur noch 46.054 (Statistisches Bundesamt 2020). Der Justizvollzug ist bisher auf junge Menschen ausgerichtet und nicht auf lebensältere.
Welche ethischen Probleme stellen sich bei Alter und Pflege in Haft? Wie ist die Gesundheitssituation älterer Inhaftierter? Welche Bedürfnisse haben sie? Welche Anforderungen stellen sich für den Vollzug?

Welche Unterstützungsangebote sind erforderlich? Welche Herausforderungen stellen sich, wenn das Leben in Haft zu Ende geht? Wie kann das Leben nach langer Zeit im Vollzug außerhalb gelingen?

Mit solchen und weiteren Fragen wollen wir uns aus, sozialwissenschaftlicher, politischer, ethisch - theologischer und sozialarbeiterischer Perspektive beschäftigen.
Als Vortragende haben bislang zugesagt: Prof. Dr. Michelle Becka, Prof. Dr. Christian Ghanem, Liane Meyer, Prof. Dr. Anke Neuber, Steffen Schroeder, Prof. Dr. Lob-Hüdepohl….
Wir freuen uns auf interessante Vorträge und Impulse, rege Diskussionen, gute Begegnungen und einen intensiven Austausch.

Montag, 29.11.2021, bis Mittwoch, 01.12.2021, Ev. Augustinerkloster, Erfurt


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